Wie entsteht überhaupt Wärme mit holzbeheizten Kachelöfen und Kaminen?
Es beginnt alles mit dem Energie bzw. Heizwert von trockenem Holz, der mit 4 kWh/kg angegeben wird, und dem „Energiefreisetzungsprozess“, den wir im Volksmund auch schlicht als Heizen bezeichnen. So werden in einem „Ofenbrennraum“ in der Regel zwischen 4 kg und 10 kg Holz (16 kWh bzw. 40 kWh Wärmemenge) gelegt und angezündet.

So viel zur Theorie – doch jetzt wird es spannend. Ein Teil der Wärme ist die Brennraumwärme des Kachelofens oder Kamins, also die unmittelbare Abstrahlung im „Epizentrum“ der Energiefreisetzung. Der weitere große Teil der Energie steckt aber noch in den Brennraum kommenden, bis zu 800°C heißen Heizgasen. Speziell diese noch zur Verfügung stehenden Energiemengen können als Wärme gewonnen werden, indem ihnen mit unterschiedlichen „Wärmetauschersystemen“ ihre Temperatur entzogen wird. In metallischen Nachheizflächen werden die Rauchgase schnell gekühlt und als Warmluft für große Heizleistungen verwendet. Werden die Heizgase aber durch Zugkanäle einer Speichermasse geführt, so wird diese aufgeheizt und gibt dann über Stunden eine gleichmäßige Strahlungswärme ab.

Als weitere Möglichkeit können die Heizgase auch durch einen Kesselkörper geführt werden, der wie ein richtiger Wärmetauscher im Heizkessel funktioniert. Die Kunst ist es, dieses Wissen über die Energieerzeugung mit Holz und ihre Systemmöglichkeiten für die Bedürfnisse der Menschen und die individuellen Anforderungen ihres Wohnraumes einzusetzen. Nur ein abgestimmtes Holzofensystem beim Kachelofen und Kamin bringt das gewünschte Wohlbefinden für seine Besitzer.